27/08/2026 0 Kommentare
Mitgliederversammlung mit anschließendem Vortrag zur GAW Frauenarbeit
Mitgliederversammlung mit anschließendem Vortrag zur GAW Frauenarbeit
# Neuigkeiten

Mitgliederversammlung mit anschließendem Vortrag zur GAW Frauenarbeit
Im August fand im Gemeindehaus in Frömern die Mitgliederversammlung, Ev. Frauenhilfe Bezirksverband Unna statt.
Ca. 40 Frauen konnte Barbara Hölken begrüßen. In ihrer Andacht ging Pfarrerin i. R. Annette Muhr-Nelson schon auf den Zusammenhang von Hoffnungsgeschichten und der Frauenarbeit des Gustav-Adolf-Werkes ein. Sie erinnerte an eine Hoffnungsgeschichte aus biblischer Zeit. Das 2. Buch Mose erzählt von Miriam. „Nach dem Auszug aus Ägypten und der Rettung am Schilfmeer nahm sie die Handpauke, tanze mit den Frauen und stimmte ein Loblied auf Gott an.“
Im Anschluss an das Kaffeetrinken erfolgte der Jahresbericht, der noch einmal alle Veranstaltungen des zurücklegenden Jahres in den Blick nahm.
Es folgte der Kassenbericht mit Bestätigung der Richtigkeit durch die Kassenprüferinnen.
Danach bestand die Möglichkeit zur Aussprache, der die Entlastung des Vorstands folgte.
Der anschließende Vortrag von Pfarrerin i.R. Annette Muhr-Nelson gab den Frauen einen Einblick in die vielfältige Arbeit des Gustav-Adolf- Werkes.
Vorgestellt wurden Projekte aus Griechenland und dem Jahresprojekt 2026 Brasilien unter dem Titel „Macht einander Mut“.
Kirchliche und diakonische Arbeit eröffnet Menschen in Armut, insbesondere Frauen und Kindern, Wege zu Bildung, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Projekte verbinden unmittelbare Hilfe mit langfristiger Stärkung von Eigeninitiative.
Zu Beginn berichtete Annette Muhr-Nelson von einer evangelisch-lutherischen Pfarrerin aus Novo Hamburgo in Südbrasilien. Diese wuchs in einer Arbeiterfamilie auf; ihre Eltern waren in der Schuhindustrie beschäftigt. Schon mit 14 Jahren arbeitete sie tagsüber und besuchte abends die Schule, um zum Familieneinkommen beizutragen.
Durch das Gemeindeleben und die Unterstützung ihres Pfarrers fand sie den Weg zum Theologiestudium; dabei half ihr ein Stipendium des Gustav-Adolf-Werks. Später prägten sie feministische Theologie und Befreiungstheologie. Heute setzt sie sich als Beauftragte für Genderfragen und Ethnien für Vielfalt, die Rechte von Frauen und gegen strukturelle Ausgrenzung ein.
Ein besonders eindrückliches Beispiel war Maria Tuchira. Sie arbeitete zunächst als Hausangestellte, wurde jedoch unregelmäßig bezahlt und geriet nach der frühen Verwitwung mit ihren sieben Kindern in existenzielle Not. Gemeinsam mit ihrem Mann hatte sie zuvor als Müllsammlerin auf einer Deponie nach Verwertbarem und Lebensmitteln gesucht. Maria Tuchira entwickelte die Vorstellung, Müllsammlung nicht nur als Überlebensstrategie, sondern als Umwelt- und Gemeinschaftsaufgabe zu organisieren. Mit anderen Müllsammlerinnen gründete sie – unterstützt durch die lutherische Diakonie und die landesweite Bewegung der Müllsammlerinnen und Müllsammler – eine Kooperative.
Die Kooperative verfügt inzwischen über eine überdachte Halle und sortiert Kunststoff nach verschiedenen Arten, damit dieser als Wertstoff weiterverkauft werden kann. Die Arbeit bleibt körperlich belastend: Deshalb soll aus den Spenden unter anderem ein Hebekran angeschafft werden, der das Bewegen der rund 30 Kilogramm schweren Kunststoffballen erleichtert.
Die ökumenische Werkstatt für Flüchtlinge NAOMI in Thessaloniki (Griechenland) geht auf eine Anregung der GWA Frauenarbeit zurück. Was mit einer kleinen Nähwerkstatt begann, ist heute eine große Organisation und ein Sozialunternehmen. Angestellte Näherinnen stellen aus gebrauchten Stoffen Kleidung und Accessoires her. Diese werden vor Ort und im Internet verkauft. In einem Schulungszentrum werden weitere Frauen an der Nähmaschine ausgebildet und in der Sozialberatung bekommen sie Hilfe bei der anschließenden Arbeitssuche.
Der Vortrag machte deutlich, dass die Hilfe des Gustav-Adolf-Werks nicht bei einer kurzfristigen Unterstützung stehen bleibt. Sie fördert Menschen und lokale Initiativen dabei, ihre Lebensbedingungen dauerhaft zu verändern – etwa durch Bildung, Organisation, soziale Beratung, Schutzräume und Erwerbsmöglichkeiten.
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